Volleyball Bundesliga

Vermeidbare Niederlage kassiert

Vermeidbare Niederlage kassiert
Foto:Sebastian Schmidt
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Die Erfurter Anhänger waren sich nach dem Spiel einig: Die Chancen, in der Grimmaer Muldentalhalle zu gewinnen, waren lange nicht mehr so gut. Ohne Susanne Besa und Maria Eckelmann standen bei den Gastgebern nur acht Spielerinnen zur Verfügung, die durch die Abgänge von Nora Ebert und Sandra Peter ohnehin schon an Substanz verloren hatten. Doch mit Anika Boin stand eben ein "Leader" auf dem Spielfeld, den die Erfurterinnen an diesem Tag nicht in ihren Reihen hatten. Die 1,90m große frühere Dresdnerin verwandelte mit kurzem Armzug nahezu jeden Angriff und Erfurts Block bekam übers ganze Spiel keinen Zugriff. Nur logisch, dass Heiko Herzberg sie nach Spielende zur MVP benannte.

Eben mit Anika Boin und der anfangs sich austoben könnenden Kristin Schröder sowie mit starken, weil flatternden Aufschlägen nahmen die Gastgeberinnen die Thüringerinnen im ersten Satz auseinander. Die konnten sich gerade so in die Zweistelligkeit retten. Auch der zweite Satz begann mit einer 6:3-Führung der Sachsen, ehe sich die Annahme der Gäste - bis dahin hatte sie diesen Namen nicht verdient - stabilisierte. Ein knappes Rennen lieferten sich jetzt beide Teams, was zumindest zum Unterhaltungswert der Partie beitrug. Erfurt lag meist zwei Punkte vorne und roch beim 20:22 am Satzausgleich. Doch dann kam zum fehlenden Souverän noch Pech hinzu. Erst rutschte Lisa Breitsprecher ein Zuspiel durch die Hände, dann konnte sich Larissa Claaßen eines eigentlich ins Aus fliegenden Aufschlags nicht schnell genug entziehen und touchierte den Ball. Als dann Kristin Schröder noch ein Ass per Netzroller gelang, hatten die VVG-Damen zwei Satzbälle und verwandelten den zweiten zum 25:23.

Die Gastgeber nun im emotionalen Hoch, angefeuert von etwa 300 Zuschauern, hatten nun wieder Oberwasser, während die 20 Gästeanhänger den vermeintlichen Untergang ihres Teams mit anschauen mussten. Bis auf 17:9 waren die Damen von Trainer Despotovic enteilt und das schnelle Ende schien nahe. Eine starke Aufschlagserie von Antonia Stautz sollte die Begegnung aber wieder interessant machen, sie führte ihre Mannschaft auf 18:16 heran. Grimma begann kurz vor dem Ziel zu wackeln und Erfurt war auf 22:21 herangekommen. Beim 24:22 hieß es dann doch Matchball für Grimma, aber sie nutzten ihre Chancen nicht. Als Julia Herz einen Ball am Netz blockte und damit den vierten Punkt in Folge für die Erfurterinnen markierte, hatten die Gäste doch noch den Satz gedreht.

Den vierten Satz diktierten nun die Gäste über weite Strecken und lagen teils vier Punkte in Führung (11:15). Doch das Gebilde der SWE-Damen war an diesem Tag einfach zu wackelig, um den beileibe nicht starken Grimmaern zumindest einen Punkt abzunehmen. Nach dem 20:20 Ausgleich entschieden Kleinigkeiten. Die Schuld beim 1. Schiedsrichter zu suchen, der auf beiden Seiten einige merkwürdige Entscheidungen traf, wäre zu einfach. Dann doch schon eher, warum beim Stand von 22:21 ein "Dankeball" zwischen die sich anschauenden Stautz und Franke herunterfiel - nicht der einzige derartige Lapsus in diesem Spiel. Kirsten Finke verwandelte schlussendlich den ersten Matchball zum 25:21 und durfte sich mit ihrer Mannschaft über drei teils umkämpfte und teils hergeschenkte Punkte freuen.

Beim SWE Volley-Team bleibt die Erkenntnis, einen eher gebrauchten Tag erwischt zu haben, der schnell abgehakt werden muss. Denn am Mittwoch, 20 Uhr, kommt der Erstligist SC Potsdam zum Pokalachtelfinale und bereits am nächsten Samstag gastiert die TG Bad Soden in Erfurt zum nächsten Punktekampf.

SWE Volley-Team: Leonhardt, Stautz, Claaßen, Herz, Hetmann, Breitsprecher, Franke (L); Hones, Belitz

Stephan Siegl

published on Sunday, November 2, 2014 at 2:31 PM; created by SWE Volley-Team e.V.Last modification: 11/2/14, 2:30 PM