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Mit einer beeindruckenden Performance führt Diagonalangreiferin Anika Boin den gastgebenden VV Grimma zu einem 3:1 (25:10; 25:23; 24:26 und 25:21) Sieg über den Dauerrivalen SWE Volley Team Erfurt. 320 Zuschauer, darunter fast 30 lautstarke Fans aus dem Thüringischen erleben die vorausgesagt spannende und hochklassige Partie.
Wie immer ist Trainer Heiko Herzberg mit seinen Mädels rechtzeitig in der Muldentalhalle eingetroffen, um sich entsprechend vorzubereiten. Doch im ersten Spielabschnitt hatte es den Anschein, als wenn die Damen um Kapitän Lisa Breitsprecher vom Bus ohne Umwege direkt auf das Parkett gewechselt sind. Fahrig in der Annahme und ohne Durchschlagskraft im Angriff hatten sie dem aggressiven Service der Gastgeberinnen nichts aber auch gar nichts entgegen zu setzen.
Der VV Grimma, dem nur 7 gesunde Spielerinnen im Kader verblieben waren, nutzte die Anfangsschwächen des bisherigen Tabellenfünften gnadenlos aus.
"Wir wollten neben dem Service insbesondere über die Außenpositionen zum Erfolg kommen. Der Gegner kennt unsere Stärke durch die Mitte und wird sich dementsprechend ausrichten. Mit dem vermehrten Suchen der Außenangreiferinnen wollten wir ein Überraschungszeichen setzen. Dies ist uns zum Großteil sehr gut gelungen", stellte Cheftrainer Darko Despotovic seine taktischen Überlegungen dar. Der VVG entlässt das SWE Team im ersten Satz gerade noch zweistellig (25:10).
Auch die Anfangsphase des zweiten Satzes gehört dem VVG (8:3). Insbesondere Kristin Schröder treibt ihr "Unwesen" in den Reihen der Erfurterinnen und punktet quasi nach Belieben. Doch Mitte des Satzes hat sich der Annahmeriegel der Gäste stabilisiert und es entwickelt sich ein Match auf Augenhöhe. Beim 20:22 haben die Herzberg Schützlinge den Satzausgleich dicht vor Augen. Mit Glück und Geschick kann Kristin Schröder jedoch beim Aufschlag eine Serie realisieren und der VVG dreht den Satz noch (25:23).
Boin und ihre Teamkolleginnen nahmen den psychologischen Vorteil des knapp gewonnenen Satzes mit in den dritten Satz. Sie wurde jetzt immer stärker. Ob beim Service oder mit schnellem Armzug von der Diagonalposition avancierte die 1.90 m große Dresdnerin zur Schlüsselfigur des Spiels. Insgesamt stolze 27 Punkte gingen insgesamt auf das Konto der Hauptangreiferin. Beim Stand von 18:10 lief alles auf ein glattes 3:0 für den Gastgeber hinaus. Doch mit dem Mute der Verzweiflung wehrten sich die Gäste und über den bedingungslosen Kampf fanden sie auch zurück ins Spiel. Beim 22:21 war wieder alles offen. Wenig später hatte der VV Grimma doch 2 Matchbälle, die unglücklich verspielt wurden und plötzlich stand es 2:1. Der vierte Satz ist von vielen langen und spektakulären Ballwechseln geprägt. Mitte des Satzes bringt Despotovic seine einzige Alternative von der Bank und vertraut in der Annahme auf die Routine von Kapitän Kristin Stöckmann. Dies ist auch bitter nötig, denn Erfurt hat sich bei der zweiten Auszeit einen 3 Punkte Vorsprung erspielt (13:16). Doch der VV Grimma hat ja Anika Boin. Beeindruckend wie sie im Duett mit Zuspielerin Julia Eckelmann die Verantwortung übernahm und die gestellten Bälle in Punkte umwandelte. Dabei fiel insbesondere ihr variantenreiches Schlagrepertoire auf.
Letztendlich gewinnt der VV Grimma am Ende glücklich aber nicht unverdient den vierten Satz (25:21) und somit das Match. Damit hält auch die Serie, dass in den Ligaspielen seit knapp 5 Jahren als Sieger immer VV Grimma auf der Anzeigetafel erscheint.